Über Lawson Hemphill
Wissenschaftlicher Ansatz. Dynamische Messung. Internationale Zusammenarbeit.
Mehr als 50 Jahre textile Qualitätssicherung
Lawson Hemphill ist weltweit als Anbieter innovativer Lösungen für die textile Qualitätssicherung bekannt. Das Unternehmen liefert Prüfgeräte und komplette Qualitätskontrollsysteme an neue und expandierende Produktionsstätten – von internationalen Konzernen bis zu spezialisierten Herstellern. Seit mehr als fünfzig Jahren stehen fortschrittliche Laborgeräte im Mittelpunkt, mit denen Hersteller das Garnverhalten verstehen, die Produktgleichmäßigkeit verbessern und fundierte Prozessentscheidungen treffen. Die Zusammenarbeit mit Herstellern, technischen Hochschulen und Forschungsinstituten verbindet die Geräteentwicklung mit den Anforderungen der Produktion.

Wissenschaftliche Wurzeln und internationale Entwicklung
Nach der von der heutigen Geschäftsleitung bereitgestellten Unternehmensgeschichte wurde Lawson Hemphill von Professoren des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA gegründet. Dahinter steht ein ingenieurwissenschaftlicher Ansatz: Eine aussagekräftige Prüfung soll das Materialverhalten unter definierten physikalischen Bedingungen erklären. Die Geschäftsleitung nennt die Übernahme im Jahr 2023 und die Verlagerung nach Shanghai als nächsten Entwicklungsschritt. 2026 wurde die Lawson Hemphill GmbH in Aachen gegründet. Die deutsche Gesellschaft arbeitet mit dem Team in Shanghai bei Geräteauswahl, Anwendungsberatung, Schulung, Ersatzteilen und Servicekoordination zusammen.

Warum dynamische Garnprüfung entscheidend ist
Ein Garn steht während der Verarbeitung nicht still. Es läuft durch Führungen, ändert seine Richtung, berührt Maschinenoberflächen und erfährt wechselnde Spannung, Temperatur und Dehnung. Der klassische Zugversuch liefert wichtige Kraft-Dehnungs-Daten einer Probe; die dynamische Prüfung ergänzt diese um das Verhalten des kontinuierlich laufenden Garns. Bei synthetischen Filamentgarnen beeinflussen Präparation, Verstreckhistorie, Verwirbelung, Texturierung und thermisches Verhalten die Verarbeitungssicherheit. Das Prüfkonzept von Lawson Hemphill verbindet geregelten Garntransport mit anwendungsspezifischen Messmodulen für reproduzierbare Laboruntersuchungen.

CTT-E: geregelter Transport als Messplattform
Die CTT-E-Plattform untersucht laufendes Garn unter definierten Prüfbedingungen. In der in den Schulungsunterlagen beschriebenen Konstantspannungsanordnung gibt der Ausgangsantrieb die Transportgeschwindigkeit vor; die Eingangsregelung reagiert auf die Spannungsmessung. Geeignete Konfigurationen untersuchen dynamische Dehnung, Schwachstellen, Abzugsverhalten und Reibung. Kameraoptionen ermöglichen die Bewertung von Durchmesser, Garnbild, Dick- und Dünnstellen, abstehenden Fasern, Filamentbrüchen und Texturierschlingen. Optische Durchmesserschwankungen sind nicht automatisch Masseschwankungen. Dynamische Schwachstellenprüfungen sind zudem nicht mit klassischen Zugfestigkeitsprüfungen gleichzusetzen. Einstellungen, Probenvorbereitung und Messmodul gehören deshalb zur Ergebnisdokumentation.

Synthetische Garne: von POY bis zu texturierten und elastischen Produkten
Bei vororientierten Garnen (POY) untersucht die Verstreckkraftmessung die Kraft bei gewähltem Verstreckverhältnis und definierter Temperatur. DFT und DFT-HT unterstützen die Bewertung der Verstreckgleichmäßigkeit; HDK-DFT verbindet diese Informationen mit der kontrollierten Herstellung von Gestrickproben. Für texturierte Garne untersucht TYT-E dynamische Kräuselungs- und Schrumpfeigenschaften. Elastische Garne benötigen eine kontrollierte Zuführung und Dehnung, da Spulenabzug und Relaxation die Messung stark beeinflussen können. Hierfür stehen EYF und geeignete CTT-E-Konfigurationen zur Verfügung. FST misst thermisch erzeugte Schrumpfkräfte. Schallmodulgeräte liefern anhand der Impulsausbreitung Informationen zur longitudinalen Steifigkeit. Die Methoden ergänzen sich und erfordern eine zur Probe passende Konfiguration.

Reibung, Abrasion und Verwirbelung
Garn-Festkörper- und Garn-Garn-Reibungsmessungen charakterisieren das Kontaktverhalten bei festgelegter Spannung, Geschwindigkeit und Geometrie. Abrasivitätsprüfungen untersuchen die Verschleißwirkung auf einen Prüfdraht und erfassen damit eine andere Eigenschaft als den Reibungskoeffizienten. Die Faserabriebsammlung untersucht freigesetztes Material. Verwirbelungsprüfgeräte bewerten Verteilung und Stabilität der Knoten, die den Zusammenhalt des Filamentbündels und die Weiterverarbeitung beeinflussen. Die gemeinsame Betrachtung kann helfen, Präparationseinflüsse, mechanische Schäden und Strukturunterschiede zu unterscheiden. Zahlenwerte sind nur bei vergleichbaren Prüfbedingungen und Auswerteregeln sinnvoll vergleichbar.

Prüfverfahren und Normung
Die technischen Unterlagen von Lawson Hemphill beschreiben Geräte für etablierte Prüfverfahren, darunter Garn-Festkörper-Reibung im Zusammenhang mit ASTM D3108, Garn-Garn-Reibung mit ASTM D3412, POY-Verstreckkraftprüfung mit ASTM D5344 sowie dynamische Kräuselungs- und Schrumpfprüfung texturierter Garne mit ASTM D6774. Die Verbindung von Geräteentwicklung und dokumentierten Methoden unterstützt eine reproduzierbare Qualitätssicherung synthetischer und technischer Garne. Daraus folgt keine alleinige Urheberschaft des Unternehmens an diesen Normen. Für jede Prüfung sind Normausgabe, Gerätekonfiguration und vollständiges Verfahren zu prüfen. Kalibrierung, Konditionierung, Probenahme und Berichterstellung bleiben wesentliche Bestandteile.
Von Laborergebnissen zu Produktionsentscheidungen
Ein wirksames Qualitätsprogramm verbindet die Prüffrage mit dem Produktionsprozess: Wareneingangskontrolle, Vergleich von Spinnpositionen, Bewertung einer Präparations- oder Texturieränderung oder Untersuchung eines Fehlers in der Weiterverarbeitung. Trends und Streuungen können ebenso aussagekräftig sein wie Mittelwerte. Dynamische Prüfung, klassische physikalische Messung und kontrollierte Gestrickproben bieten sich ergänzende Untersuchungswege. Unser Team in Aachen definiert gemeinsam mit Kunden und den Kollegen in Shanghai die Anwendung, bespricht Konfigurationen und plant praxisorientierte Geräteschulungen. Ziel ist eine nachvollziehbare, wiederholbare Messung, die bessere Produkte und wettbewerbsfähige Prozesse unterstützt.

Ein internationales industrielles Netzwerk
Zu den von der Geschäftsleitung genannten Referenzen aus der Projektgeschichte gehören DuPont (USA), Trevira (Deutschland), Barmag / Oerlikon, Trützschler, Toray (Japan), Indorama, Lenzing (Österreich), Dralon (Deutschland) und Montefibre. Diese historischen Referenzen veranschaulichen die Breite der Industriekontakte und bedeuten keine Empfehlung dieser Website oder einen aktuellen Vertrag.

